„Das Individuum ist mehr als seine psychische Störung!“

Mental Health Institute Berlin

Hintergrund

Was sind Persönlichkeitsstörungen?

Nach dem Psychologen Prof. Dr. Rainer Sachse sind Persönlichkeitsstörungen im Kern Störungen der Interaktion, der Beziehung oder der Beziehungsgestaltung. Also letztlich Beziehungsstörungen. Dies widerspricht teilweise der ursprünglichen Annahme, dass es sich bei Persönlichkeitsstörungen um tiefgreifende Entwicklungsstörungen handelt, welche mehr oder weniger alle Bereiche der Persönlichkeit betreffen. Menschen, die unter Persönlichkeitsstörungen leiden, weisen ungünstige Überzeugungen (Schemata) in Bezug auf Beziehungen auf. Diese können sich in Gedanken wie: „Ich bin nicht wichtig“ oder „um wahrgenommen zu werden, muss man besonders stark auf sich aufmerksam machen“ zeigen.

Vor dem Hintergrund solcher Überzeugungen entwickeln diese Personen dann dysfunktionale, also ungünstige bzw. „kostenintensive“ Strategien der Beziehungsgestaltung. Dies kann sich durch besonders demonstratives „auf sich aufmerksam machen“ äußern, es können sich Ängste entwickeln oder körperliche Beschwerden. Sie entwickeln also Verhaltensweisen, die ihre Interaktionspartner dazu bringen, in einer bestimmten Art und Weise zu reagieren. Häufig führt solches Verhalten dann jedoch dazu, dass langfristig höhere „Kosten“ entstehen werden als „Gewinne“. Dies gilt für die Patient*innen genauso wie für die Umwelt.

Unser Versprechen

Das Mental Health Institute (MHI) Berlin ist eine Privatklinik, die Menschen mit psychischen Problemen und Leiden moderne und wissenschaftlich seriöse tagesklinische und ambulante Behandlungen anbietet.

Ursachen und Begleiterkrankungen

Welche Persönlichkeitsstörungen gibt es?

Wir unterscheiden im Groben drei Hauptgruppen von Persönlichkeitsstörungen.
Die Hauptgruppe A umfasst unter den Stichworten „sonderbar, exzentrisch“ die paranoiden und schizoiden Persönlichkeitsstörungen. Die Hauptgruppe B fasst unter den Stichworten „dramatisch, emotional und launisch“ die histrionische, narzisstische, dissoziale sowie die Borderline-Persönlichkeitsstörung zusammen. In der Hauptgruppe C finden sich Persönlichkeitsstörungen, die Verhaltensmerkmale aus dem Bereich der Angststörungen aufweisen. Hiermit verbindet man Bezeichnungen wie „selbstunsichere, abhängige und zwanghafte“ Persönlichkeitsstörung.

Zu den Persönlichkeitsstörungen
zählen:

Paranoide
Persönlichkeitsstörung

Menschen, die unter dieser Störung leiden sind ihren Interaktionspartnern gegenüber stark bis extrem misstrauisch, abwartend und immer darauf gefasst, von anderen angegriffen oder verletzt zu werden. Ein zentrales Beziehungsmuster ist die Verteidigung der eigenen Grenzen.
Die paranoide Persönlichkeitsstörung ist selten (1% der Bevölkerung). Sie muss von wahnhaften Störungen mit Verfolgungswahn abgegrenzt werden.

Schizoide
Persönlichkeitsstörung

Auch die schizoide Persönlichkeitsstörung ist selten – sie tritt bei 1% der Allgemeinbevölkerung auf. Menschen, die darunter leiden, wirken distanziert, gleichgültig, gefühlsarm oder desinteressiert. Sie halten ihr Gegenüber – oft auch vor allem nonverbal- auf Distanz. Grundsätzlich hätten sie gern Beziehungen, halten diese jedoch tendenziell für gefährlich und finden sie anstrengend. Sie leben zurückgezogen und haben wenige Kontakte zu anderen Menschen.

Histrionische
Persönlichkeitsstörung

Die histrionische Persönlichkeitsstörung tritt mit einer Häufigkeit von etwa 2% in der Allgemeinbevölkerung auf. Das zentrale Motiv ist hier empfundene Wichtigkeit. Betroffene Menschen sind stark auf äußere Zuwendung und Aufmerksamkeit angewiesen und suchen ständig die Anerkennung von anderen. Sie sind oft extrovertiert, haben darstellerische Fähigkeiten, sind lebenslustig und können andere mitreißen. Obwohl diese Menschen oft einen großen Freundeskreis haben und in ihrem Leben viel passiert, kennen sie Phasen der Einsamkeit, Unzufriedenheit und inneren Leere mit nagenden Selbstzweifeln, die sie dann in Behandlung bringen.

Narzisstische
Persönlichkeitsstörung

Narzisstische Persönlichkeiten wirken oft anspruchsvoll, arrogant oder überheblich. Nach außen hin geben sie sich selbstbewusst, sind aber gleichzeitig sehr empfindsam, verletzlich und können nur schwer mit Kritik umgehen. Zugrunde liegt ein eher schwaches und vor allem brüchiges Selbstwertgefühl, dass durch die Inszenierung einer „großartigen Fassade“ versteckt werden soll. Letztlich handelt es sich um eine Nähestörung, deren zentrales Motiv Anerkennung ist. 

Erste Probleme gibt es oft schon in jungen Jahren im Arbeitsumfeld, da narzisstische Menschen ihrem Anspruch nicht gerecht werden und von Versagensängsten, beispielsweise vor Prüfungen, geplagt werden. Im späteren Leben fallen sie nicht selten durch Arbeitsstörungen auf und bleiben hinter ihrem eigenen Anspruch und auch eigenen Fähigkeiten zurück. 

Während Zwangsgedanken als bedrohlich, moralisch verwerflich oder belastend erlebt werden, sind Zwangshandlungen Verhaltensweisen, die immer wieder in ritualisierter Form ausgeführt werden müssen, oftmals um eine vermeintlich bestehende Gefahr zu verhindern. Das ausgelöste Gefühl ist Angst, die mit starker Anspannung einhergehen kann. Um die unangenehmen Gefühle zu neutralisieren oder die vermeintlich bestehende Gefahr (z.B. sich mit Keimen zu infizieren oder einen Hausbrand auszulösen) abzuwenden, müssen bestimmte Rituale in Gedanken oder über konkrete Handlungen ausgeführt werden.

Emotional instabile Persönlichkeitsstörung
(Borderline-Typus)

Wichtiges Kriterium einer generalisierten Angststörung sind übermäßige Sorgen und Befürchtungen bezüglich alltäglicher Angelegenheiten (Gesundheit, Finanzielle Belastungen, Wohlbefinden von Familienmitgliedern etc.). Die Sorgen betreffen mehrere Bereiche, treten in verschiedenen Situationen auf und führen bei Betroffenen zu einer dauernden Anspannung. Grund dafür ist eine Übererregung des Nervensystems. Schlafstörungen, Muskelverspannungen, Unruhe oder Beklemmungsgefühle können die Folge sein. Betroffene geraten schnell in einen Kreislauf aus Sorgen machen und dem Ausmalen von Katastrophenszenarien.
Häufig sind Rückversicherungen, wie z.B. Anrufe bei Partner*innen, ob alles in Ordnung sei, um die Sorgen zu vermeiden.

Dissoziale
Persönlichkeitsstörung

Wichtiges Kriterium einer generalisierten Angststörung sind übermäßige Sorgen und Befürchtungen bezüglich alltäglicher Angelegenheiten (Gesundheit, Finanzielle Belastungen, Wohlbefinden von Familienmitgliedern etc.). Die Sorgen betreffen mehrere Bereiche, treten in verschiedenen Situationen auf und führen bei Betroffenen zu einer dauernden Anspannung. Grund dafür ist eine Übererregung des Nervensystems. Schlafstörungen, Muskelverspannungen, Unruhe oder Beklemmungsgefühle können die Folge sein. Betroffene geraten schnell in einen Kreislauf aus Sorgen machen und dem Ausmalen von Katastrophenszenarien.
Häufig sind Rückversicherungen, wie z.B. Anrufe bei Partner*innen, ob alles in Ordnung sei, um die Sorgen zu vermeiden.

Selbstunsichere
Persönlichkeitsstörung

Die selbstunsichere Persönlichkeitsstörung ist mit einer Häufigkeit von 3-5% in der Allgemeinbevölkerung verhältnismäßig verbreitet. Die betroffenen Menschen sind schüchtern, fühlen sich gehemmt und unsicher in vielen zwischenmenschlichen Situationen und isolieren sich aus Angst vor negativer Bewertung, Kritik oder Zurückweisung. Sie wünschen sich enge Beziehungen, trauen sich jedoch nicht die Initiative zu ergreifen. 

Ängstlich-vermeidende Persönlichkeiten sind anfällig für die Entwicklung anderer psychischer Erkrankungen (vor allem Angststörungen (soziale Phobie), Zwangserkrankungen und Depressionen). 

Dependente
Persönlichkeitsstörung

Menschen mit dependenter oder abhängiger Persönlichkeitsstörung haben das Gefühl, ihr Leben nicht eigenständig führen zu können. Sie suchen in extremer Form Nähe und Kontakt und benötigen immer eine Person, die sie unterstützt und ihnen wichtige Entscheidungen abnimmt. Aus Angst, diese Bezugsperson zu verlieren, ordnen sie sich dem Partner unter und äußern eigene Gefühle oder Bedürfnisse nicht. Dieses „Klammerverhalten“ ist jedoch häufig der Auslöser für Beziehungsprobleme. Das zentrale Motiv hierbei ist Verlässlichkeit. 

Menschen mit dependenter Persönlichkeitsstörung sind anhänglich, zuverlässig, hilfsbereit und treu und werden deswegen als gute und zuverlässige Freunde geschätzt. In einem stabilen Umfeld kommen betroffene Menschen häufig lange Zeit problemlos zurecht; eine Veränderung der Lebenssituation, z.B. durch Umzug, Trennung, Tod des Partners oder andere Umstände kann jedoch zu einer psychischen Krise führen.

Anankastische
Persönlichkeitsstörung

Zwanghafte Persönlichkeiten wirken nach außen hin oft ordentlich und korrekt und werden als gewissenhaft beschrieben. Sie sind bemüht, keine Fehler zu machen. Ihre Genauigkeit und Zuverlässigkeit werden (besonders im Beruf) sehr geschätzt, gleichzeitig stellen sie ihre eigenen hohen Erwartungen jedoch auch an andere, was häufig zu Konflikten führt. Menschen mit einer zwanghaften Persönlichkeitsstörung haben oft gelernt, dass Anerkennung und Wichtigkeit nur dann erreicht werden können, wenn man sich sehr streng an vorgegebene Regeln und Normen hält. 

Wie werden Persönlichkeitsstörungen im MHI Berlin behandelt?

Persönlichkeitsstörungen und die damit einhergehenden Schwierigkeiten bestehen für die PatientInnen häufig schon seit der Kindheit oder Jugend und werden nicht selten gar nicht unbedingt als problematisch angesehen, sondern als unveränderbarer Teil der eigenen Persönlichkeit. Vor diesem Hintergrund erfolgt eine Vorstellung der Betroffenen häufig eher aufgrund anderer Diagnosen wie Depressionen, Angststörungen oder Abhängigkeitserkrankungen. Erst im Laufe der Therapie kristallisiert sich dann ggf. eine Persönlichkeitsstörung heraus, die den Umgang mit der anderen Störung beeinflusst. In der Therapie geht es dann vor allem zunächst um die Erarbeitung eines Problembewusstseins sowie die Entwicklung von Veränderungsmotivation. Hierbei ist im Besonderen eine vertrauensvolle und tragfähige Beziehung zum Therapeuten bzw. zur Therapeutin entscheidend. Grundsätzlich unterteilt sich die Therapie persönlichkeitsgestörter Patienten in Psychotherapie und ggf. Psychopharmakotherapie. 

Ein modernes Behandlungskonzept.
Inidividuell auf Sie zugeschnitten.

»Wir bieten am MHI bewährte und auch neue evidenzbasierte Behandlungsverfahren an, die selbst bei schweren und chronischen Störungen wirksam sind.«
Prof. Dr. Ion-George Anghelescu, geschäftsführender Chefarzt



In der Psychotherapie können auf der Grundlage einer stabilen therapeutischen Beziehung sowie einer vorhandenen Veränderungsmotivation dysfunktionale Muster aufgedeckt, eingeordnet und letztlich Handlungsalternativen erarbeitet werden.

Diese können dann im Alltag geübt und manifestiert werden. Dabei geht es nicht darum die Persönlichkeit eine Patient*in zu verändern, sondern eher um das Aufdecken von Verhaltensweisen, die mittel- bis langfristig nachteilig für den Patienten/die Patientin sind, und eine Erweiterung des Handlungsrepertoires.

Die Psychopharmakotherapie kann hierbei bei verschiedenen Symptomen unterstützend wirken, wie z.B. depressiven Symptomen, Angst- oder Zwangssymptomen sowie psychotischen Symptomen, Impulsivität oder Aggressivität.

 

Informationen zur Patientenaufnahme im MHI Berlin

Das Angebot des MHI Berlin richtet sich an Patientinnen und Patienten aller privater Krankenversicherungen sowie Beihilfestellen und an Selbstzahler. Eine sofortige Aufnahme in die Tagesklinik ist in der Regel möglich.

Der Beginn unseres gemeinsamen Weges

Kontaktaufnahme

Für einen schnellstmöglichen Erstkontakt melden Sie sich bitte telefonisch bei uns oder nutzen Sie unser Kontaktformular.

Erstgespräch

Nach Ihrer Kontaktaufnahme wird sich das Team des MHI Berlin mit Ihnen in Verbindung setzen, um schnellstmöglich einen Termin zu einem Erstgespräch zu vereinbaren. Das Erstgespräch bildet hierbei die Grundlage der Aufnahme.

Kostenübernahme

Insofern keine Akutaufnahme erforderlich ist, stellt das MHI Berlin den Antrag für die Kostenübernahme vorab an die Kostenträger.

In akuten Fällen wendet sich das MHI Berlin direkt nach der Aufnahme bezüglich der Kostenklärung an die Kostenträger.

In jedem Fall steht Ihnen die Klinik in allen bürokratischen Prozessen zur Seite und vereinfacht sowie beschleunigt somit Ihre Aufnahme in die Klinik.